Frohe Weihnachten

2012_Weihnachten_SPDAllen Mitgliedern und Freunden wünschen Fraktion und Ortsvorstand der SPD frohe und besinnliche Weihnachten.
Das neue Jahr 2013 möge mit Gesundheit, Kraft, Geduld und immer ausreichend Geld gesegnet sein.


Carola Krahl 50 geworden

2012_CK_im_BueroAm 3. November beging die Stadtverordnete und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lübbenau ihren
50. Geburtstag. Fernab der Heimat, in den weiten Indiens, wird sie wohl Muße und Gelegenheit gefunden haben, darauf anzustoßen und vielleicht auch unsere Glückwünsche via Internet in Empfang zu nehmen.
Carola, was wären unsere Fraktion und unser Ortsverein ohne dich, ohne deine viele Arbeit, die du ohne Klagen erledigst und dabei niemals deinen Witz und Humor verlierst.

Wir wünschen dir weiterhin viel Gesundheit und immer ausreichend Kraft, dass du uns weiterhin erhalten bleibst.


Staatssekretärin Tina Fischer in Lübbenau unterwegs

2012_TinaFischer_02Am 1. August 2012 besuchte Staatssekretärin Tina Fischer (SPD) die Spreewaldstadt Lübbenau. Hauptthemen waren an diesem Tag Entwicklungen unter dem demographischen Aspekt und ehrenamtliches Engagement. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Werner-Siegwart Schippel (SPD) informierte sie sich als erstes im Kulturzentrum „Gleis 3“ zur Arbeit der Lübbenaubrücke. Vorsitzender Dr. Jürgen Othmer stellte dabei die Aufgabenfelder und die stetige Stadtentwicklung dar. Beeindruckend waren u.a. die neue Ausstellung im „Wasserturm“, die „Bunte Bühne“, sowie auch der Ferienworkshop mit seiner „Kreativwerkstatt“. Staatssekretärin Fischer: „Es ist schön zu sehen, mit wie viel Freude die kleinen Teilnehmerinnen hier bei der Sache sind. Hier lernen die kleinen Näherinnen etwas herzustellen oder zu reparieren und empfinden Freude daran.“

Bei der GWG informierte sich Tina Fischer über aktuelle und geplante Entwicklungen. Gemeinsam mit Andreas Rißka nahm sie das neue „Lindenquartier“ in Augenschein. Neben der neuen Gestaltung wurden die Problematik Grundwasser, als auch der Anspruch auf bezahlbaren Wohnraum besprochen. Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS, führte dann vom „Zeitlos-Spielplatzes“ entlang der über Jahre neu gestalteten Wohngebiete in Richtung des neuen „Dschungel-Spielplatzes“ und des neuen Kindertreffs „Schweitzer-Eck“. Staatssekretärin Tina Fischer: „Vielerorts findet Stadtumbau statt. In Lübbenau hat man das Gefühl, dass das „i-Tüpfelchen“ immer dabei ist.“

Bei einer abschließenden Kahnfahrt mit Bürgermeister Helmut Wenzel auf der „Nautilust“ war die demographische Entwicklung noch einmal Thema. In diesem Zusammenhang nahm der Aspekt der Chancen für Lübbenau / für die Region viel Raum ein. Bürgermeister Wenzel stellte erste Gedanken dazu vor, wie Lübbenau gemeinsam mit Calau und Vetschau zukünftig zusammenwirken könnte. Tina Fischer: „Die vielfältige Gestaltung von Lübbenau ist schon sehr beeindruckend. Mir scheint, man nimmt in Lübbenau die Dinge ganz gern selbst mit Kraft und Energie in die Hand. Natürlich verfolgt jeder Partner auch seine eigenen Interessen. Dennoch spürt man einen Zusammenhalt, um im Sinne der Einwohner, der Touristen und insbesondere der Kinder eine lebens- und liebenswerte Stadt zu gestalten.“

Carola Krahl, Mitarbeiterin MdL


1. Mai: Prominente und Gäste setzten sich gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ein

2012_Fussball_web(Lausitzer Rundschau, 02.05.2012 / Text und Foto: Bernd Marx)

Festliche Marschmusik des Spielmannzuges der TSG Lübbenau und der Beifall der Zuschauer begleitete zwei Fußballmannschaften. Von außen betrachtet, war es ein Fußballmatch wie jedes andere in der Spreewaldregion. Und doch gab es einen gewaltigen Unterschied. Am Dienstagvormittag trafen sich zwei Mannschaften, um ein öffentliches sportlich-politisches Zeichen zu setzen.
Prominente aus der Lokalpolitik, aus Wirtschaft und Kultur hatten ihre Fußballschuhe geschnürt und die roten und blauen Trikots übergestreift – zwar ohne Rückennummern, wohl aber mit der Aufschrift „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“.
„Ich freue mich, dass wir heute auch Vertreter des Lübbenauer Jugendparlaments an unserer Seite haben“, meinte Carola Krahl, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Seit elf Jahren organisiert sie mit ihren Parteifreunden das außergewöhnliche Fußballspiel.
„Die Resonanz der Zuschauer zeigt, dass die Menschen das Anliegen des Spiels verstanden haben“, erklärte der Vorsitzende der Stadtverordneten-versammlung Monika Blüher (SPD).
Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen liefen sich einige Spieler indes warm. Unter ihnen auch Paul Rogatz (18) und Jeremy Scheibe (19) vom Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasium und Mitglieder des örtlichen Jugendparlaments.
„Ich möchte bei meinen Auslandsaufenthalten in Frankreich, England, Tschechien und Polen auch nicht angefeindet werden“, erklärte der Gymnasiast Paul Rogatz als Motiv für die Teilnahme am sportlichen Wettstreit auf dem Rasen.
Immer mehr Spieler versammelten sich auf dem Platz, um ihren politischen Standpunkt und die persönliche Haltung der Öffentlichkeit kund zu tun.
„Es ist mir ein Herzensbedürfnis, mit dieser Aktion ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen“, so Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos).
„Nach Lübbenau kommen jedes Jahr Tausende Touristen und Urlauber, da muss man seinen Standpunkt eindeutig erklären“, sagte Thomas Fron, Vorsitzender der Fraktion Die Linke. Spontan bekundeten auch sechs Jugendliche aus Holland ihre Sympathie für das Spiel gegen
Fremdenfeindlichkeit auf dem Grün. „Wir sind am Montag herzlich willkommen geheißen worden“, erklärte der 19-jährige Wesley van der Veen. Die holländischen Jugendlichen absolvieren ein Praktikum im Tourismusbereich. „Wir Jugendlichen müssen auf der ganzen Welt frühzeitig ein Zeichen gegen Rechts setzen“, so auch Iris de Haan. Unterstützung erhielt sie von der 14-jährigen Nicole Blüher:„Es ist ganz wichtig, bereits als Jugendliche gegen Fremdenhass, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit aufzutreten.“


Wir nehmen so viel Gutes als gegeben hin

Interview Jan Gloßmanns mit Lübbenaus SPD-Vorsitzender Carola Krahl
Lausitzer Rundschau, 25. April, 2012

Die Stadt Lübbenau entwickelt sich gut. Aber geht das noch lange gut, wenn die öffentlichen Kassen immer weniger Geld haben? Die RUNDSCHAU sprach darüber mit der soeben im Amt bestätigten Lübbenauer SPD-Vorsitzenden Carola Krahl.

Jan Gloßmann: Sie haben jüngst die Lübbenauer Stadtverwaltung an eine ihrer ureigensten Aufgaben erinnert, die Reparatur von Geh- und Radwegen in der Stadt.
Carola Krahl: Es war zunächst eine Frage, weil es erheblichen Bedarf gibt. Viele Leute kommen in der Otto-Grotewohl-Straße ins Stolpern, gerade die, die auf Rollis angewiesen sind. Ich wollte darauf hinweisen, weil das sonst in den Diskussionen beispielsweise in den Ausschüssen zu kurz kommt.
JG: Repariert die Stadt zu wenig Wege?
CK: Man kann das immer so oder sehen. Der Bedarf ist da, und es gibt eine Prioritätenliste. Wir sind uns sicher einig, dass das knappe Geld effektiv eingesetzt werden muss. Wir haben viele tolle Projekte, um die uns viele beneiden. Das muss alles bezahlt und gefüllt sein.
JG: Übernimmt sich die Stadt in Ihren Augen?
CK: Es gibt bei mir zumindest ein leises Bauchgrimmen, ob das alles auf Dauer gut geht. Wir haben gut mit dem Kulturzentrum Gleis 3 zu tun, es wird jährlich 200 000 Euro aus dem Haushalt brauchen. Deshalb sollten wir mit neuen Plänen, etwa für die „Turbine“, vorsichtig und zurückhaltend sein.
JG: Bürgermeister Wenzel hat das Credo ausgegeben, ohne tragfähiges Konzept kein städtisches Geld.
CK: Das ist richtig so, aber es sind mit dem Frühjahrsputz dort Hoffnungen geweckt und erste Schritte gegangen worden. Und man hört ja nach drei Schritten nicht auf. Vielleicht sollte man eher den Abriss in Betracht ziehen, als zu lange auf Greifbares zu hoffen.
JG: Dieser Tage wird die Figur der „Spreewälderin“ aufgestellt. Für manche ist das Rausgeschmissenes Geld.
CK: Man darf da keine falschen Vorstellungen haben. Das Geld dafür stammt aus der Fremdenverkehrsabgabe, und die muss für die Förderung des Tourismus eingesetzt werden. Das kann man nicht einfach umleiten. Mir ist jedoch wichtig, dass die Verwaltung die laufenden Aufgaben im Blick behält.
JG: Die da wären?
GK: Die Dammstraße muss fertig saniert werden, die schon angesprochenen Reparaturen gehören dazu, wir müssen in der Delphin-Schwimmhalle investieren, wir wollen die Jugendarbeit erhalten, die Kita-Entwicklung soll stabilisiert werden. Wir wollen an dem Thema Bahnübergänge dranbleiben. Wir haben die Probleme mit dem Wasser. Letztlich bleiben bei allen Vorhaben die Fragen: Was kostet das auf Dauer? Was können wir uns noch leisten? Das müssen wir Stadtverordnete entscheiden.
JG: Diese Fragen lassen sich auf den Streit um die private Kita in Eisdorf übertragen.
CK: Formal haben wir in dieser verzwickten Geschichte noch keinen Antrag. Erst dann kann über die Aufnahme in den Kita-Bedarfsplan entschieden werden. Der Standort ist nicht der günstigste, aber da ist letztlich eine Entscheidung von Betreibern und Eltern. Wenn die Vorhaben der Stadt in Ragow, in der Goethestraße und im Hort der Werner- Seelenbinder-Grundschule den Bedarf decken, dann bleibt es eine private Sache. Was wir haben, sind für die Leute dort unzumutbare Verzögerungen bei den Entscheidungen.
JG: Sie sind jetzt seit zehn Jahren Vorsitzende der SPD in Lübbenau. Welche Schwerpunkte setzen Sie?
CK: Es ist viel Wunderbares entstanden oder erhalten worden. Die Altstadt, die Häfen, die Neustadt ist umgebaut, das Museum ist wunderschön, das Spreeweltenbad entwickelt sich prächtig, eine Wohnungsgesellschaft wie die WiS ist ein Vorzeigemodell. Wir haben das Medizinische Zentrum stabilisieren können, da werden wir beneidet. Kinder und Jugendliche können Sportstätten kostenlos nutzen. Das gilt es zu erhalten. Für mich bleibt da die Frage: Was können wir uns weiter leisten, ohne die alltäglichen Dinge zu vernachlässigen? Wir nehmen viel Gutes als gegeben hin. Das ist es aber nicht.


1. Mai 2012 – Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit

??????????SPD-Ortsverein lädt ein zum Fußballspiel

In Lübbenau will man „Keinen Fingerbreit der Fremdenfeindlichkeit“ überlassen. Im Spiel mit Freunden und Mitstreitern will man das zum Ausdruck bringen.
Von daher lädt der SPD-Ortsverein Lübbenau am 1. Mai wieder zum Lübbenauer Fußballspiel „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ ein.
Uwe Pielenz, Rudolf Heine, Axel Kopsch und Frank Zelder treten für den SPD-Ortsverein an. Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos), Thomas Fron (Die Linke) und Mirko Langer von der GWG sind weitere Mitspieler.
Die Geschäftsführung der WIS hat 3-Mal Jakobs angemeldet, man darf gespannt sein.
Das Jugendparlament um Jeremy Scheibe ist mit fünf Spielern dabei.
Ortsvereinsvorsitzende Carola Krahl freut sich über die Resonanz und meint darüber hinaus: „Fußball spielen ist vielleicht nicht jedermanns Ding, aber man kann als Zuschauer die Spieler in der Sache „Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ gemeinsam vom Spielfeldrand unterstützen. Dass das Jugendparlament mitspielt, finde ich einfach super. Wir alle sind gefragt Zeichen zu setzen.“
Anpfiff ist am 1. Mai, um 11.00 Uhr, im Spreewaldstadion.


Tina Fischer: Ein gutes Beispiel für Hilfen vor Ort!

(??????????Presse- und Informationsamt Staatskanzlei Brandenburg, Potsdam, 04.04.2012)

Die Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund, Staatssekretärin Tina Fischer, besuchte kürzlich im Rahmen ihrer Vor-Ort-Terminreihe das Regine-Hildebrandt-Haus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Lübbenau und informierte sich über die Arbeit der Beratungs- und Betreuungsstelle. Seit 2010 trägt das ehemalige „Brücke“-Gebäude der AWO den Namen Regine Hildebrandts.

„Diese Namensgebung ist uns Ehre und Verpflichtung“, betonte der Vorstandsvorsitzende der AWO Regionalverband Brandenburg Süd, Christoph Eigenwillig, im Rahmen des Besuchs. Tina Fischer freute sich über das Engagement vor Ort: „Es ist sehr schön zu sehen, wie sich hier so viele Menschen für andere engagieren. Dies hilft auch, mit Zuversicht auf die sozialen Herausforderungen des demographischen Wandels in Brandenburg zu blicken.“

Besonders beeindruckt zeigte sich die Staatssekretärin über die zahlreichen Angebote von der Sozialpädagogischen Familienhilfe, einer mobilen und ambulanten Frühförderstelle, dem Seniorenclub, bis zur Beratungsstelle für hörbehinderte Menschen.

Frau Heine, Leiterin des Regine-Hildebrandt-Hauses in Lübbenau, bedankte sich für den Besuch: „Gerade für die ehrenamtlich engagierten Menschen hier ist es wichtig, dass ihr Engagement gewürdigt wird. Auch dafür sind solche Besuche wichtig.“

V: Hainz


Zwei an der Spitze sind Klasse, aber nicht der Trend

Matthias Platzeck im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 26.03.2012

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck über Ostdeutsche in Führungspositionen und seine Erwartungen an Bundespräsident Joachim Gauck

Matthias Platzeck ist seit 2000 Ministerpräsident in Brandenburg und der dienstälteste Regierungschef Ostdeutschlands. Im Bund, sagt Platzeck, seien Ostdeutsche in Führungspositionen immer noch Exoten. Er hofft, dass Bundespräsident Joachim Gauck, den er freundschaftlich Jochen nennt, für mehr Normalität sorgt.
SZ: Herr Platzeck, wie fanden Sie die Rede des Bundespräsidenten?
Platzeck: Es war eine sehr würdige, in die Zukunft weisende Rede. Mir hat besonders gefallen, dass Jochen Gauck den Begriff der Freiheit und den Begriff der Gerechtigkeit so eng verknüpft hat.
SZ: Er sagte sinngemäß, Freiheit sei eine Bedingung für Gerechtigkeit, die wiederum nötig für den Erhalt der Freiheit.
Platzeck: Genau so ist es. Jochen Gauck hat vor seiner Wahl die Konzentration auf den Freiheitsbegriff verteidigt und gesagt, die Debatte über soziale Gerechtigkeit werde schon von genug anderen geführt. Das hielt ich für falsch. Die anderen sind nicht der Bundespräsident. Von ihm will man Orientierung haben. Darin liegt für ihn eine große Chance. Er hat begonnen, sie zu ergreifen.
SZ: Sie kennen Joachim Gauck aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen der ersten frei gewählten Volkskammer.
Platzeck: Jochen Gaucks Fähigkeiten konnte man schon damals besichtigen: Er kann Menschen ansprechen, ist rhetorisch sehr beschlagen, ja wortmächtig. Ich hab’ auch damals schon gemerkt, dass er sich gut auf neue Herausforderungen einstellen kann.
SZ: Neue Herausforderungen?
Platzeck: Die Einheit, zum Beispiel. Wir in der Bürgerbewegung hatten damals die Zeichen zu spät erkannt. Die DDR-Bürger wollten die Einheit, Wohlstand und keine Experimente. Die meisten von uns dachten aber noch über dritte Wege und Basisdemokratie nach. Jochen Gauck dagegen war schon offen für ein Leben in einem vereinten Land. Und man konnte erkennen, dass er – anders als viele von uns – Sendungsbewusstsein mit politischem Gestaltungsvermögen zu verbinden vermag. Er liebt diese Welt. Und er liebt das Leben auf dieser Welt.
SZ: War Gauck ein Wortführer?
Platzeck: Unsere 20 Abgeordneten waren sehr selbstbewusst, alles Rudelführer. Viele Gesichter der Revolution hatten sich ja bei uns versammelt. Wenn ich mich als Parlamentarischer Geschäftsführer der Truppe um profane Dinge kümmern musste, dafür sorgen, dass Leute in die Ausschüsse gingen, erntete ich schon mal Kopfschütteln: ,,Wieso Ausschuss? Ich rede vor Vollversammlungen.”
SZ: Wie ist Ihr Verhältnis zu Gauck?
Platzeck: Wir kennen uns ganz gut, haben erst jüngst wieder zusammengesessen. Jochen hat mir 1990 schon gesagt, dass ich eigentlich ein Sozialdemokrat sei. Er wusste es also vor mir und hat ja damit auch Recht behalten. Eigentlich haben wir nur einen offenen Dissens: die Rolle von Manfred Stolpe zu DDR-Zeiten. Der Kirchenmann und die Stasi. Da sage ich klipp und klar: Auch ich habe Ende der achtziger Jahre Manfred Stolpes Telefonnummer zur Hand gehabt. Für Notfälle. Hunderte haben sie nutzen müssen und sind bis heute dankbar, weil Stolpe ihnen oder Verwandten geholfen hat. Ich bin froh, dass Altkanzler Helmut Schmidt erst jüngst wieder diese unverzichtbare Rolle gewürdigt hat.
SZ: Zuletzt ist viel über Gauck als Organisator des Rostocker Kirchentages und seine eigenen Gespräche mit der Stasi berichtet worden. Hat er damals ähnlich gehandelt wie Stolpe?
Platzeck: Ich weiß nicht, mit wem Jochen damals geredet hat, aber beide standen immer auf der richtigen Seite.
SZ: Der Ostdeutsche Gauck ist jetzt Präsident und besonders im Westen populär. Wie erklären Sie sich das?
Platzeck: Er wird wahrgenommen als ein vorbildlicher Ostdeutscher. In ihm sehen viele Westdeutsche den Ossi, den sie gern hätten. Ich bin immer mal im Westen unterwegs und oft erschüttert darüber, welches Bild Leute dort vom Leben in der DDR haben. Die meisten fragen mich dann, ob wir überhaupt lachen und ruhig schlafen konnten, mit all der Stasi. Ob die nachts kamen, mit schwarzen Mänteln und Schlapphüten.
SZ: Ein Missverständnis?
Platzeck: Die Leute im Westen haben im Kino “Das Leben der anderen” gesehen oder “Barbara”. Gute Filme, sehr gute. Aber welche DDR wird da präsentiert? Immer ist es düster und grau, überall sitzt ein Stasi-Mann. Das hat es sehr wohl gegeben. Schlimm genug. Aber für viele Ostdeutsche spiegelt das nicht ihr wahres Leben wider, während man im Westen glaubt, das war der ganze Alltag. Jochen Gauck, der weltgewandt und klug auftritt, bei dem denken viele Westdeutsche: Könnten die drüben nicht alle so sein.
SZ: Ein Vorwurf an Gauck.
Platzeck: Absolut nicht. Ich beschreibe nur, was in ihn hineinprojiziert wird. Hinzu kommt eben seine ihm eigene ostdeutsche Strahlkraft. Über den Genuss von Freiheit, über die Teilhabe an Demokratie und die Lust am Rechtsstaat kann so vehement nur jemand reden, der 40 Jahre auf all das gewartet hat. Wer als abgeklärter Westdeutscher Gaucks leidenschaftlichem Credo lauscht, ist mindestens angetan und meistens begeistert.
SZ: Und im Osten?
Platzeck: Er wird hier differenzierter gesehen, aber nicht so kritisch, wie es manchmal heißt. Viele hierzulande sagen jetzt auch: Er ist einer von uns. Und nun im Schloss Bellevue. Das ist doch ‘n Ding! Ich finde das übrigens auch wunderschön.
SZ: Als Angela Merkel 2005 Kanzlerin wurde und Sie SPD-Vorsitzender, zitierten Sie mit Blick auf zwei Ostdeutsche an der Spitze der Volksparteien scherzhaft Walter Ulbricht: “Überholen ohne einzuholen”. Sind die Ostdeutschen mit Gauck nun enteilt?
Platzeck: Zwei an der Spitze sind klasse, aber nicht der Trend. Als der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff 2010 die einstige brandenburgische CDU-Chefin Johanna Wanka in sein Kabinett berief und Aygül Özkan zur ersten türkischstämmigen Integrationsministerin machte, feierte alle Welt beides gleichermaßen als Durchbruch. Ich fand die Entscheidung toll, den Jubel aber etwas schräg. West- Minister im Osten sind normal. Ost-Minister im Westen noch immer eine Sensation.
SZ: Und wann sind die Dinge normal?
Platzeck: Wenn sich keiner mehr wundert, dass man als Ostdeutscher fern der Heimat in eine Spitzenposition kommt. Und dieser Präsident kann mit allen seinen Fähigkeiten einen großen Beitrag zur inneren Einheit leisten.
SZ: In den Vorstandsreihen der Parteien und Fraktionen sitzen immer noch hauptsächlich Westdeutsche. Woran liegt das?
Platzeck: Es liegt vielleicht auch an der unterschiedlichen Sozialisation. Das Leben im Westen war eher konfrontativ, das im Osten kooperativ. So erzogen ist man leiser, zurückhaltender, vermittelnder. Ein Hau drauf-Politiker wie Wolfgang Kubicki hätte im Osten keine Chance.
SZ: Wer im gesamtdeutschen System Erfolg haben will, muss sich anpassen?
Platzeck: Bis zu einem gewissen Grad ja. Das ist auch logisch: die heutige Bundesrepublik tickt westdeutsch. Wir haben zu hundert Prozent ein westdeutsches Rechtssystem übernommen, auch die Wirtschafts- und Sozialstrukturen. Ich frage Westdeutsche immer: Stell dir vor, es wäre andersrum gekommen – wie hättest du dich verhalten? Inzwischen haben auch wir manifeste Erfolge vorzuweisen. Wer hätte gedacht, dass Brandenburg heute Spitzenreiter in Deutschland bei erneuerbaren Energien ist? Daraus erwächst das Selbstbewusstsein, sich öfter zu Wort zu melden. Wenn man in eine größere Gemeinschaft aufgenommen werden und an deren Gestaltung mitwirken will, braucht man auch ein Stück Überzeugung von sich selbst. Daran arbeiten wir.
SZ: Was kann Gauck dafür leisten?
Platzeck: Er kann glaubhaft die Leistung des Ostens in den vergangenen zwei Jahrzehnten als das schildern, was sie ist: Eine gemeinsame Anstrengung von West und Ost, aber getragen, geleistet, erlebt von den Menschen in den neuen Ländern. Das ist eine Geschichte von Einbruch, Umbruch und Aufbruch. Er könnte auch dem Osten ein Wir- Gefühl vermitteln, das dem Mir-sanmir-Gefühl der Bayern entspricht.
SZ: Dann müsste er vielen Westdeutschen den Glauben nehmen, sie hätten das vor allem mit ihrem Geld bewirkt.
Platzeck: Sie haben viel bewirkt, aber man kann ja trotzdem die ganze Wahrheit zur Kenntnis nehmen.
SZ: Präsident und Kanzlerin sind nun protestantisch. Machen die eine andere Politik als Katholiken?
Platzeck: Ach! Wir Protestanten können nicht beichten und tragen die Last unserer Sünden ein Leben lang mit uns herum. Das sieht man uns dann auch an (lacht). Im Ernst: Ich würde niemanden nach seinem Glauben beurteilen. Vielleicht hilft es aber, wenn man eine religiöse Überzeugung hat, um daraus eine Motivation für politisches Handeln zu ziehen.
SZ: Warum sehnen sich in einem säkularen Staat so viele nach einem religiösen Staatsoberhaupt?
Platzeck: Ich finde das nicht ungewöhnlich. Das Tempo der Politik, der Krisen und der Veränderungen lässt das Leben für viele Menschen verworren und undurchschaubar wirken, auch bedrohlich. Sie wünschen sich Fixpunkte, verständliche Bilder und Sätze, letztlich auch Menschen, die Sicherheit verströmen. Als Bundespräsident kann Gauck jetzt diese Sehnsucht lindern und dem Ausdruck verleihen, was viele Menschen spüren, aber nicht formulieren können.
Interview: Nico Fried und Susanne Höll


Dieter Kostroun 70 Jahre

2012_Geb_D_KostrounWer von den ehemaligen Kraftwerkern kennt Dieter Kostroun nicht?
Nach 20 Jahren Lehrfacharbeiter war er als Arbeitsvorbereiter tätig, bevor mit dem Eigentümerwechsel des Kraftwerkes 1990 sein Aufgabenfeld eine ganz andere Richtung nahm:
Als Betriebsratsvorsitzender vertrat er die Interessen der Kraftwerker.
In dem neu gegründeten Unternehmen VK-AG, wie auch wenig später in der VEAG, wurde er als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat gewählt.
Es waren schwere Jahre, denn das Aus der Kraftwerke Lübbenau/Vetschau war beschlossene Sache und die Zeit hatte viele ungewisse Elemente.
Für die SPD, deren Mitglied Dieter seit 1998 ist, saß er in der Stadtverordnetenversammlung und ist heute noch in deren Fraktion als sachkundiger Bürger tätig.

Am 24. März beging Dieter seinen 70. Geburtstag. Wir wünschen ihm alles Gute, Kraft, Geduld und Gesundheit für alle seine Unternehmungen.


Zum Kommentar „Der Zeithorizont …“

LR vom 13.02.2012

Bereits seit dem vergangenen Jahr hat die Brandenburger SPD in den eigenen Reihen, insbesondere aber auch darüber hinaus, den Diskussionsprozess zur künftigen Entwicklung unseres Landes „Brandenburg 2030 – Gemeinsam Perspektiven entwickeln.“ begonnen.
Ein „Papier“ wurde von Akteuren erstellt, um entsprechende Diskussionen zu entfachen. Am vergangenen Samstag hatte die SPD in diesem Zusammenhang zu einer Fachkonferenz „Zukunft von Kommunen und Verwaltung“ eingeladen. Eines der Themen, welches im Diskussionsprozess um die zukünftige Gestaltung von Brandenburg gesetzt wurde. Wer vor Ort war, konnte verschiedene Standpunkte hören. Die Diskussionen waren schon interessant, ging es dabei von „soll alles so bleiben“ – weil, im Moment geht es uns doch gut – bis hin zu einem aus meiner Sicht schon irren Vorschlag „die Landkreise im Berlin nahen Raum bleiben, wie sie sind und außen rum gibt es den Landkreis, der alle anderen aufnimmt“. Insgesamt ging es aber bedeutend sachlicher zu. Matthias Platzeck forderte anwesende Landräte, Bürgermeister, Stadt- und Gemeindevertreter und auch Interessierte auf, ihre Meinungen und Erfahrungen einzubringen und zur künftigen Gestaltung Brandenburgs beizutragen. Matthias Platzeck verwies sehr deutlich auf die Notwendigkeit von Veränderungen und künftige Herausforderungen. Er sprach die verschiedenen Bereiche wie Familie und Gesundheit, Wirtschaft und Energie, Bildung und Wissenschaft und an diesem Tag auch Kommunen und Verwaltung an. Einiges davon konnte man im Kommentar der LR zu der Thematik lesen.

Was Matthias Platzeck definitiv nicht äußerte war, dass wir uns mit all unseren Vorstellungen zu Veränderungen bis zum Jahr 2030 Zeit lassen können. Das war doch wohl der Vorwurf im Kommentar mit den Worten „Der Zeithorizont, den der Ministerpräsident Platzeck mit dem Jahr 2030 in die Diskussion warf, ist allerdings unrealistisch…“

Die Fragen war doch: Wie wollen wir im Jahr 2030 leben? Oder: Was müssen wir auf dem Weg dahin alles tun – welche Einschränkungen und Herausforderungen müssen und wollen wir bewältigen, damit wir Brandenburger auch noch 2030 gern und gut in diesem Land leben können? Aber auch: Welche Prozesse gestalten wir in dem Zusammenhang vor Ort gemeinsam und freiwillig, welche Prozesse erfahren eine Förderung und ab wann muss der Gesetzgeber ohne Blick auf irgendwelche Wahlergebnisse aktiv werden, um notwendige Veränderungen auf diesem Weg voran zu treiben. Er machte definitiv die Forderung auf, notwendige Veränderungen bereits jetzt anzugehen, damit Brandenburg auch 2030 ein lebenswertes Land ist. Aus meiner Sicht der richtige Weg.
Die Frage, die Matthias Platzeck stellt, ist nach meiner Ansicht also nicht: Was machen wir 2030? Sondern: Was machen wir ab jetzt bis 2030?

Carola Krahl


Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald

2012_02_11_GW(Lübbenauer Stadtnachrichten, 11.02.2012)

Die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald präsentierte sich am 23. Januar zum „Brandenburgtag” in der Halle des Landes Brandenburg mit einem Stand auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Die Besucher konnten die Stiftungsprodukte Spreewälder Stiftungs-Meerrettich, Spreewälder Stiftungs-Honig und Spreewälder Stiftungs-Apfelsaft probieren und sich dabei über die Aktionen und Ziele der Stiftung informieren.

Auch Ministerpräsident Matthias Platzeck und Minister Jörg Vogelsänger besuchten den Stand. Dabei übergab Stiftungsvorstand Holger Bartsch dem Ministerpräsidenten einen Brief, in dem er ihn, gemeinsam mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Werner-Siegwart Schippel, um Unterstützung für das Anliegen der Stiftung, insbesondere bei der Suche nach potentiellen Stiftern, bittet.


SPD-Kreistagsfraktion trifft sich zur Jahresklausur in Raddusch

OSL: Die SPD-Fraktion des Kreistages Oberspreewald-Lausitz trifft sich am kommenden ersten Märzwochenende (3. März) zu ihrer jährlich stattfindenden Klausur in Raddusch. Auf der Tagesordnung stehen u.a. den Landkreis betreffende Themen wie Sanierung nach dem Bergbau; Entwicklungen im Grundwasserbereich; Schulentwicklungsplanung; Vielfältigkeit und Notwendigkeiten im Bereich der Jugendhilfe; Erfordernis und Aufgaben einer Verbraucherzentrale als auch die demographische Entwicklung im Bereich der Versorgung und Betreuung von Senioren.

Olaf Gunder, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion: „Die Tagesordnung ist wieder prall gefüllt. Manches Thema, wie z.B. die nicht einfachen Entwicklungen im Grundwasserbereich, wollen wir im Rahmen der Möglichkeiten im Landkreis begleiten. Bei Themen zur Schulentwicklungsplanung als auch im Bereich der Jugendhilfe erwarte ich spannende Diskussionen. Zum einen sollte man zukunftsorientiert immer ein Stück „über den Tellerrand“ schauen, gleichzeitig aber auch die jeweilige Gemengelage vor Ort in die Überlegungen mit einbeziehen.“

Carola Krahl
Mitarbeiterin